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Annelie Kürsten: KLANG- (OBJEKT) -RAUM. Zu Phänomenen und zur Problematik "begehbarer" Hörräume, 2000

Ausgehend von verschiedenartigen Spielformen aktueller 'Kunst' und 'Musik' im Raum, kreist die Studie um 'begehbare', im Raum inszenierte Konstellationen von Klängen und Objekten, - um einen Bereich, der häufig mit dem Phänomen der '(Klang-)Installation' in Verbindung gebracht wird. Im Sinne einer 'Feldbestimmung' werden zunächst variierende Erscheinungsformen und Tendenzen gesichtet und erfaßt, wobei insbesondere die Schwierigkeiten erkennbar werden, die aus den Defiziten einer bislang noch kaum entwickelten wissenschaftlichen Beschreibungssprache für postserielle oder nicht-partiturgebundene Werkkonzeptionen resultieren.

Zentrale Bedeutung gewinnt der Ansatz, daß der wahrnehmende Mensch über die Möglichkeit des freien (physischen) Begehens klang-räumlicher Situationen als Teil eines dynamischen Prozesses erkennbar wird, der sich durch die Notwendigkeit einer zeitlich und räumlich offenen 'Rezeption' auszeichnet und somit eng mit der freien 'Steuerbarkeit' der eigenen Wahrnehmung verbunden ist. Dieser strukturellen 'Offenheit' nähert sich auch der methodische Entwurf der Untersuchung an: im Spiel mit Assoziationen und Verknüpfbarkeiten werden “am Phänomen beobachtete Phänomene” (z.B. die Ver- und Entortung von Klängen / Objekten / Räumen) verfolgt und in einen breiteren Kontext (Translokation, Lokalisierung, 'Verpflanzung', mobile Raumformen, Permeabilität u.a.) überführt. Aus dieser Perspektive wird die Studie auch als 'Möglichkeitsfeld' lesbar, innerhalb dessen künstlerische, medienwissenschaftliche, philosophische, psychologische, musikhistorische, kunst- und nicht zuletzt kulturwissenschaftliche Fragestellungen miteinander vernetzt werden können.

Zur Autorin: geb. 1973; Studium der Fächer Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Christliche Archäologie an den Universitäten Mainz, Reading/GB und Bonn. - Seit 1996 verschiedene Praktika und Mitarbeitertätigkeiten im Kunst- und Kulturbereich (u.a. im Bonner Kunstverein) und im Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Bonn.

e-mail: a.kuersten@gmx.de

Dissertation:
Die weitere Ausarbeitung der Magistra-Arbeit ist geplant und bereits begonnen. Im Kontext dieser sollen u.a. die Verwendung des Terminus '(Klang-)Installation' und die Problematik der 'Dokumentation' klang-räumlicher Phänomene eingehender diskutiert werden.